Elektrophysiologische Untersuchung

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Ganzfeld-Elektroretinogramm (ERG)

mit dem ERG kann man die Netzhaut differenziert untersuchen. Das Licht aus der Umwelt fällt im Auge auf die Netzhaut. Dort wandeln hochspezialisierte Netzhautzellen (Rezeptoren) dieses Licht in einen schwachen Strom um. Dieser Strom wird über andere Netzhautzellen an das Sehzentrum im Gehirn weitergeleitet. Die Summenantwort der Spannungsänderungen, die dabei in den verschiedenen Gruppen von Netzhautzellen auftreten, können mit dem ERG gemessen werden. Dies geschieht durch empfindliche Elektroden an der mit Tropfen betäubten Augenoberfläche (Hornhaut). Zur gleichmäßigen Ausleuchtung der Netzhaut muss die Pupille mit Tropfen erweitert werden. Daher darf im Anschluss an die Untersuchung kein Fahrzeug gefahren werden.

In der Netzhaut gibt es verschiedene Zellgruppen, die für die Erkennung von sehr hellem oder sehr schwachem Licht und die verschiedenen Farben zuständig sind. Durch den Einsatz geeigneter Lichtblitze verschiedener Helligkeit und Farbe und eine wechselnde Hintergrundbeleuchtung kann man sehr genau die Funktion der verschiedenen Gruppen von Netzhautzellen beurteilen. Zur Vorbereitung für das ERG ist eine ca. 30 Minuten dauernde Anpassung an Dunkelheit erforderlich. Dann wird die Netzhautfunktion im Dunkeln gemessen. Anschließend erfolgt eine 10 Minuten dauernde Anpassung an Raumlicht vor der Messung der Netzhautfunktion im Hellen. Unter Einschluss der Anpassungszeiten dauert ein ERG ca. 55 Minuten.

Mit dem ERG kann bei einer Erkrankung unterschieden werden, welche Netzhautzellen in welchem Ausmaß betroffen sind. Eine Reihe von Erkrankungen können nur mit dem ERG richtig erkannt werden, bei anderen Erkrankungen ist das ERG eine zusätzliche Hilfe in der Diagnostik. Die Informationen des ERGs sind auch für die Beurteilung des Verlaufs einer Erkrankung wesentlich.

Multifokales Elektroretinogramm (mfERG)

Mit dem mfERG wird in ähnlicher Weise wie bei dem ERG die Netzhaut untersucht. Durch die besondere Form des Reizes beschränkt sich diese Untersuchung jedoch auf den zentralen Bereich der Netzhaut (Makula), die im täglichen Leben von besonderer Bedeutung sind (zum Beispiel zum Lesen oder Erkennen von Gesichtern). Zur gleichmäßigen Ausleuchtung der Netzhaut wird die Pupille mit Tropfen erweitert. Daher darf im Anschluss an die Untersuchung kein Fahrzeug gefahren werden. Die Untersuchung selbst dauert mit Vorbereitung und bei getrennter Untersuchung beider Augen ca. 30 Minuten.

Mit dem mfERG ist es möglich, Funktionsstörungen der zentralen Netzhaut sehr früh zu erkennen. Damit ist eine Früherkennung von Makulaerkrankungen teilweise schon möglich, bevor am Augenhintergrund sichtbare Veränderungen auftreten.

Muster-Elektroretinogramm (PERG)

Das Muster-ERG mißt die elektrische Summenantwort der Makula auf einen Musterreiz mit Hilfe einer Hornhautelektrode. Wie beim VEP ist eine Mittelung mehrere Reizantworten erforderlich
Das Muster-ERG ist ein Maß für die Funktion der retinalen Ganglienzellen.

Elektrookulogramm (EOG)

Mit dem EOG wird die Zusammenarbeit zwischen der Netzhaut und dem Pigmentepithel untersucht. Das Pigmentepithel versorgt die Netzhaut mit Nährstoffen und transportiert gleichzeitig Abfallprodukte der Netzhautzellen ab. Im Pigmentepithel besteht eine bestimmte Grundspannung, die durch Lichteinwirkung verändert werden kann. Mit Hilfe von Augenbewegungen lässt sich diese Spannung messen. Dazu werden Elektroden seitlich neben den Augen auf die Haut geklebt. Da die Änderungen der Spannung im Pigmentepithel sehr langsam vor sich geht, dauert diese Untersuchung ca. 1 Stunde.

Bei vielen Erkrankungen reicht ein ERG für eine Diagnose aus. In einigen Fällen kann aber nur mit einem zusätzlichen EOG die richtige Erkrankung erkannt werden. Bei einzelnen Erkrankungen ist das EOG hilfreich, um das Risiko einer Vererbung zu bestimmen.

Visuell evozierte Potenziale (VEP)

Das auf die Netzhaut fallende Licht wird in einen Strom umgewandelt, der an das Sehzentrum im Gehirn weitergeleitet wird. Mit dem VEP wird die Latenzzeit gemessen, die das Licht vom Auftreffen auf die Netzhaut des Auges bis zum Eintreffen im ersten Sehzentrum des Gehirns braucht (normal ungefähr 100 ms). Wenn die Sehschärfe gut ist, verwendet man ein wechselndes Schachbrett-Muster als Lichtreiz. Bei schlechtem Sehvermögen wird mit Lichtblitzen untersucht, dafür muss dann die Pupille weit gestellt werden. Für die Ableitung werden Elektroden an der Stirn und am Hinterkopf angeklebt. Ein VEP dauert mit Vorbereitung ca. 20 Minuten.

Verschiedene Krankheiten des Sehnerven können daran erkannt werden, dass die Latenzzeit verlängert ist.